Dienstag, 6. Januar 2009

Kyoto International Student Film & Video Festival
22. - 28. November 2008


Das Kyoto International Student Film & Video Festival 2008 gibt es schon seit 1997. Demnach fand es in diesem Jahr auch zum elften Mal statt. Ich habe das Festival übers Internet gefunden und habe meinen Film „Alles bleibt in der Familie“ ganz normal als Pal DVD mit englischem Untertitel für 4 Euro Portokosten hingeschickt. Nachdem ich die Festivaleinladung per Email erhalten habe, sollte ich eine MiniDV Kopie des Filmes ohne Untertitel, zwei Screenshots und eine Dialogliste schicken.
Es wurden insgesamt 243 Filme gesichtet, davon 161 aus Japan und 82 Filme aus dem Ausland. 35 Arbeiten wurden aus Deutschland gesendet, davon die meisten von der Hamburg Media School und der KHM.
Ausgewählt wurden 12 Filme:
„Tokio Arirang“ 16mm, von Miwaha Paku, Japan
„A Light Pig in August“ 16mm, von Hirobumi Watanabe, Japan
„City South“ Animation, von Sputnic, Deutschland
„Daffodils“ 35mm, von Katrin Gebbe, Deutschland
„Tsuki-no-kage“ 16mm, von Ryuhei Yoshino, Japan
„Coagulate“ Betacam, von Mihai Grecu, Rumänien
„Let there be light in all human beings“ Dv, von Yusuke Koroyasu, Japan
„My side of the Paradise“ Dv, von Kaori Sadohara, Japan
„The Clockwork City“ Animation, von Ryu Kato, Japan
„Go Go Mariko“ 16mm, von Tomoya Maeno, Japan
„Beyond the Horizon“ 35mm, von Kuba Czekaj, Polen
„The Family keeps it all“ 35mm, von Chris Caliman, Deutschland
Die Filme wurden von 6 Studenten aus verschiedenen Fachbereichen der Kyoto Universität gesichtet und ausgewählt.
Die letzten 12 Filme wurden von einer Jury gesichtet und die Preise wurden von ihnen vergeben. Für einen klaren ersten Platz konnte sich die Jury nicht entscheiden, und somit wurden zwei zweite Plätze vergeben und einen 3 Platz.
2 Platz:
„Let there be light in all human beings“ von Yusuke Koroyasu aus Japan
und
„Tokyo Arirang“ von Miwha Paku aus Japan
3. Platz:
„Go Go Mariko“ von Tomoya Maeno aus Japan
Die Jury bestand aus drei Mitgliedern:
Tetsuro Hatano
Yuji Haruoka
Hideyuki Miyaoka
Schon nachdem ich die Festivalzusage per Email bekommen habe, hatte ich regelmäßigen E-Mail Kontakt mit einer japanischen Studentin, Akiko Yamada, die sich sehr gut und freundlich um mich gekümmert hat.
Ich habe dann per Internet einen Flug aus Berlin nach Osaka gebucht, weil es keinen Flughafen für Passagierflugzeuge in Kyoto gibt. Daher bin ich auch am 21. November, nach einem 18 stündigen Flug, in Osaka gelandet. Es ist eigentlich kein Problem sich in Japan auf englisch zu verständigen, somit habe ich ohne größere Probleme mein Ticket nach Kyoto gekauft und bin dann mit dem Direktzug vom Flughafen Osaka nach Kyoto gefahren. Nach knapp zwei Stunden bin ich also in Kyoto angekommen und wurde auch sehr freundlich und herzlich von Akiko und ihrer Freundin empfangen. Wir haben uns vorgestellt, sie haben mir ein bißchen was von Kyoto gezeigt, allerdings hatte ich keine große Lust auf einen Sightseeing Trip gleich am ersten Tag. Erst recht nicht, nach dem langen Flug. Wir sind dann einfach lecker essen gegangen und die beiden haben mir einen U-Bahn Plan von Kyoto organisiert und mich zu meinem Hostel begleitet. Das Hostel war sehr gut, allerdings wurde ich in ein 8-Bett Zimmer untergebracht.
Am Anfang war ich etwas genervt von meinen chinesischen Zimmernachbar, der die ganze erste Nacht unglaublich geschnarcht hat.


Allerdings kann ein 8 - Bett Zimmer auch eine interessante Sache sein, weil eigentlich an jedem zweiten Tag die Zimmerbewohner wechseln und ich somit immer interessante Gespräche führen konnte. Zum Glück konnte man für die Nacht im Hostel Oropax kaufen.
Das Festival hat am nächsten Tag begonnen. Ich bin mit der U-Bahn in die Innenstadt von Kyoto gefahren. Im Cocon Building liegt das Kyoto Kino, welches relativ klein, aber gemütlich ist. Hier wurde ich wieder herzlichst empfangen, habe alle Festival-Member kennengelernt und das Festival ging nach einer kleinen Ansprache auf japanisch los. Ich war leider der einzige „Regisseur“ da. Zudem waren noch etwa 13 Zuschauer anwesend.
Die Filme wurden in verschiedenen vierer- Blöcken gezeigt, mit englischen und japanischen Untertiteln. Die japanischen Untertitel wurden rechts im Bild, von oben nach unten plaziert.
Die Projektion wurde von einem Beamer gemacht, alle Filme wurden als DV-Letterbox Projektion gezeigt. Die Qualität der Projektion war sehr gut.
Mir persöhnlich haben fast alle Filme sehr gut gefallen. Was mich aber am meisten überrascht hat, war, dass alle japanischen Filme im 4/3 Format gefilmt wurden. Mein Lieblingsfilm war ganz klar „The Clockwork City“ von Ryu Kato, der hat allerdings nichts gewonnen.
Am 24. November fand die Award-Zeremonie im Universitätsgebäude statt. Dort habe ich meine eigene Übersetzerin bekommen und habe dort die japanischen Regisseure bei einem Essen kennengelernt. Naja, wie es halt so ist. Alle waren sehr nett, ein bischen Smalltalk auf englisch, ein bischen über Filme unterhalten... Die Zeremonie ging dann relativ flott vorbei. Die Judges haben etwas über die Gewinnerfilme erzählt, fanden das es keinen klaren Favoriten gab und konnten sie sich für keinen klaren Siegerfilm entscheiden und somit wurden zwei Filme für den zweiten Platz nominiert. Alles in allem aber ein schöner und interessanter Tag. Nach der Zeremonie gab es ein gemeinsames leckeres Essen mit allen Regisseuren und den Judges und den Festival-Members.
Der Tag wurde immer lockerer und am Ende gingen wir alle noch gemeinsam ein Bier trinken. Ein lustiger Abend.
Nach der Award-Zeremonie wurden die Filme im Kino wiederholt gezeigt und am 26. November habe ich wieder eine Übersetzerin bekommen und habe ein kleines halbstündiges Interview im Kino gegeben Sehr lustig, hat Spaß gemacht.
Diesmal waren auch etwas mehr Zuschauer da, so etwa um die 20.
Alles in allem war die Woche in Kyoto sehr cool. Das Festival hat jeden Tag um 14:30 begonnen, weil aber die Filmauswahl überschaubar war und ich die Filme alle nach der Award-Zeremonie schon gesehen habe, hat man auch genügend Zeit sich Kyoto anzuschauen, was wiederum sehr interessant ist.

Kyoto ist europäischer als ich erwartet habe. Klar gibt es hier bestimmt vieles merkwürdige zu essen, doch auf der Straße oder im „günstigen“ Restaurant gibt es ähnliches zu essen wie in unseren asiatischen Restaurants. Aber leckerer und zu gleichen Preisen wie in Deutschland. Klar, Kyoto ist die Kulturhauptstadt von Japan, somit sollte man die Stadt nicht mit Tokio vergleichen. Kyoto ist eher etwas gediegen, hat viele schöne Tempel und ist alles in allem recht klein und überschaubar.

Eine schöne, ruhige und interessante Woche habe ich in Kyoto verbracht und muss mich beim ganzen Team des Kyoto International Student Film&Video Festival für alles herzlichst bedanken. Danke auch an German-Films die mir diese Woche unteranderem ermöglicht haben.

Dienstag, 4. November 2008



Die schönen neuen Film-Flyer sind fertig...
Sehr hübsch...
Danke

Freitag, 31. Oktober 2008



Hallo, eine sehr sehr gute Nachricht hat mich eben erreicht.
"Alles bleibt in der Familie" wird auf dem "Plus Camerimage 2008" in dem
Students Panorama Programm laufen. Das Camerimage Festival in Lodz (Polen) ist das wichtigste und größte Festival weltweit für Kameraleute. Ich war selber schon zwei mal da, allerdings nur als Besucher und es ist wirklich ein sehr cooles und interessantes Festival.

Ich habe natürlich gehofft, aber nicht wirklich geglaubt, das der Film seinen Weg so weit gehen würde. Nochmals vielen Dank an alle, die an dem Film mitgearbeitet und an das Buch geglaubt haben.

schöne grüße

www.kichiku.blip.tv
www.pluscamerimage.pl

Donnerstag, 30. Oktober 2008




"Alles bleibt in der Familie"
wird auf dem
"6. Filmfest der Heinrich Heine Universität"

in Düsseldorf gezeigt.

http://www.filmfest-duesseldorf.de/

coole Sache

grüße

www.kichiku.blip.tv

Dienstag, 28. Oktober 2008




"Alles bleibt in der Familie"
läuft im November auf dem studentischen Kurzfilmfestival "Kurzflimmern 2008" in Bayreuth.

Grüße an alle

chris

Donnerstag, 16. Oktober 2008





"Alles bleibt in der Familie"
wird auf dem "20th Istanbul International Short Film Festival" in der "Special Selection" laufen.

gar nicht mal so schlecht...

http://www.istanbulfilmfestival.com/

schöne grüße


Mittwoch, 15. Oktober 2008




Sehr Cool

"Alles bleibt in der Familie" wird auf dem
"ZINEBI 50 International Festival of Documentary and Short Film of Bilbao"
im Wettbewerb laufen.

http://www.zinebi.com/

Donnerstag, 2. Oktober 2008



hi

ALLES BLEIBT IN DER FAMILIE wurde für den Deutschen Wettbewerb der
15. REGENSBURGER KURZFILMWOCHE (19.11. bis 26.11. 2008) ausgewählt...

witzig, endlich mal... Festival-Deutschlandpremiere... auf 35mm...

schöne grüße

chris


www.regensburger-kurzfilmwoche.de
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Mittwoch, 1. Oktober 2008


Hallo, mit Unterstützung von AG-Kurzfilm und German Films flieg ich am 23. November nach Kyoto, Japan.
Sehr Cool. Freue mich.
Das "Kyoto International Student Film & Video Festival 2008" zeigt in einem Grand Prix zwölf ausgewählte Kurzfilme, darunter "Alles bleibt...".
Bin mal gespannt...

Werde einen ausergewöhnlichen, unglaublichen wundervollen Reisebericht schreiben...
mehr dazu später...

schöne grüße an alle

chris

p.s. musste schon ein paar kleine Fragen für den Katalog beantworten und will sie euch nicht vorenthalten...
viel spaß

1)What made you start making films in a first place?
a films? or a book? or a person?
2)What is your favorite film ? or who is your favorite film director?
and why?

I think watching films... When i was 14 till 19 i was very fascinated on horrorfilms...
I tried to watch everything from „Hellraiser“ to „Braindead“ to
„Guinea Pig“ by Satoru Ogura.

This was the first time I watched Shinya Tsukamotos „Tetsuo“ and i loved it...
He had a very unique filmstyle at this time, - ten years ago - ...
he inspired me with his incridiply camera and editting work in „Tetsuo“ to do films, to love the camera, to love the power of the picture...
but also to love strange, powerfull cinema like Lynch, Alejandro Jodorowski, Cronenberg and for example also the work of Matthew Barney and the wonderfull american photographer Gregory Crewdson...

Of course i also liked the small japanese Film „Kichiku dai enkai“ from Kazuyoshi Kumakiri... For this time, i think it was 2001 the film was very controversal and i realy liked the camera work and the dancing parts with the wonderfull soundscene..

This film for example inspired me to make my first colour experimental shortfilm „Love“ in my second year 2002 on the german filmschool FH-Dortmund.

Link to the shortfilm „Love“: http://kichiku.blip.tv/#165311

3)Please give discriptions of your film "The family keeps It all",
What is the theme and concept of this work?
What do you want to tell to the audience?
Where was this work conceived from?

Theme:
The intact - from the mother longed-for but arduously hold together - ideal
world breaks into its pieces when her fifteen years old son has placed an
obituary in the local newspaper. His parents neither note nor understand his
suptle cry of "help". So the disaster culminates in a conflict between
father and son, while the mother lonely fights a struggle against herself.

The concept was to do a shortfilm which tells the story with the pictures.
I´m a cinematographer and this was my first fiction shortfilm i also directed. The work of the american Photographer Gregory Crewdson also inspired me, because he tells a hole story in just one picture. Wonderfull. I hope he would like the film...
Also the sentence
" Childhood was always a place full of danger, you seldom come off unscathed. "
from Katharina Ohara, a writer,
inspired me to write a small story, with locations i knew from my childhood, mixed with Grewdson, a little bit Lynch and my fantasy.
A small sad shortfilm, i hope... have fun...

What did you feel when you knew your work was selected?
about being screened ahead of many Japanese people in KISFVF.

I was very happy, i grow up with many japanese strange films... i was inspired by Tsukamotos „Tetsuo“ or „ Rokugatsu no hebi aka Snake of a June“, i was schocked by
„Kichiku dai enkai aka Kichiku“ from Kazuyoshi Kumakiri and i really loved Takashi Miikes „ Bijitâ Q aka Visitor Q“.
Im very interested in your contry, people and culture and i decited to visit KISFVF 08.
I hope you will like the film...

Please visit my homepage: www.kichiku.blip.tv

Thanks and by

Chris

Montag, 15. September 2008


hi

"Alles bleibt..." läuft auf dem internationalen Kurzfilmfestival
"BRNO Sixteen"
in Tschechien...

http://www.b16.cz

schöne grüße an alle...

chris

www.kichiku.blip.tv

Dienstag, 9. September 2008


schönen guten morgen an alle...

"Alles bleibt..." wird auf dem Lausanne Underground Film & Music Festival 2008 im internationalen Kurzfilmprogramm laufen...

http://www.luff.ch

ein schönes Festival jenseits des mainstreams....

grüße


http://www.kichiku.blip.tv
http://www.allesbleibtinderfamilie.blogspot.com
http://www.tie-shirt.com

Freitag, 29. August 2008



hi

...und weiter gehts, die Italiener scheinen den Film zu mögen...

"Alles bleibt..." läuft auf dem int. Kurzfilmfestival Reggiofilmfestival in Italien...

www.reggiofilmfestival.com


liebe grüße

chris


www.kichiku.blip.tv
www.allesbleibtinderfamilie.blogspot.com

Donnerstag, 28. August 2008


hi

... und der Zirkus dreht sich weiter...

"Alles bleibt..." wird auf dem Kurzfilmfestival Novaracinefestival in Italien laufen...

http://www.novaracinefestival.it

cool...

grüße
chris

Sonntag, 24. August 2008




"Alles bleibt..." läuft auf dem Kyoto International Student Film & Video Festival 08 im Wettbewerb...

http://www.kisfvf.com

sehr schön...

schöne grüße

Dienstag, 22. Juli 2008




Hallo

"Alles bleibt in der Familie" läuft auf dem internationalen Kurzfilmfestival www.magmafestival.org in Italien...


liebe grüße
chris

www.kichiku.blip.tv



Mittwoch, 18. Juni 2008



"Alles bleibt in der Familie" gewinnt Ursty 2008 für die beste Kamera

Begründung :

Im Film „Alles bleibt in der Familie“ photographiert Chris Caliman das Leben einer oberflächlich intakten Familie. Doch als der Sohn eines Tages per Todesanzeige mental zu entfliehen versucht, wird die Dominanz des Vaters in seiner ganzen Härte spürbar. Chris Caliman gelingt es, die Atmosphäre mit einfachen und sehr einprägsamen Bildern einzufangen. Die Settings sind klar und stark. Der Wechsel zwischen Handkamera und statischen Bildern wohlüberlegt gesetzt. Insbesondere das Zuhause der Familie ist eindrucksvoll gestaltet.
(Platz 1)

Und gewonnen hat:
„Alles bleibt in der Familie“ von Chris Caliman
Von allen eingereichten Filmen haben uns die klaren und starken Bilder von Chris Caliman
am meisten berührt und sind uns im Gedächtnis geblieben. Anstatt auf die Montage zu vertrauen, sucht Caliman klare einprägsame und emotionale Bilder, die den Kontrast zwischen der oberflächlich heilen Welt und den darunter verborgenen Abgründen subtil und emotional erzählen. Die Kamera und Lichtsetzung, das Szenenbild und die stimmige Inszenierung machen den Film im Gesamteindruck zu unserem absoluten Favouriten.

http://www.ursty-filmpreis.com/

Ich freue mich besonderes, weil es ein Kamerapreis ist...

Donnerstag, 20. März 2008

hi, ich habe jetzt endlich meine wunderschöne Filmkopie gesehen... sieht richtig gut aus.
Nächste woche bekomme ich noch meine letzte Abtastung und dann ist das Projekt endgültig abgeschlossen...

Nachdem der Film hoffentlich auf Festivals laufen wird, stelle ich ihn auch bald ins Internet...

Alles Neue wie immer hier...

grüße
Chris

Freitag, 1. Februar 2008


Es ist soweit. Der Film ist endlich fertig. Nach Problemen mit den Musikrechten, ist nun alles geklärt. Nächste Woche steht nur noch die Endmischung bei Soundvision an und dann geht der Film zum Negativschnitt. Tut mir leid für die lange Wartezeit, aber Gutes braucht eben seine Zeit...

danke an alle

grüße

chris

Samstag, 17. November 2007

Set-Photos "Studio"












Set-Photos "Garten"







Donnerstag, 11. Oktober 2007

Teaser 02

video

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Screenshots Mutter


Location Photos





Esstisch Screenshots




Dienstag, 9. Oktober 2007

Casting-Photos Aljosha Mai 07



Teaser 01

video
„Alles bleibt in der Familie“

“Kindheit war schon immer ein gefährlicher Ort, selten verlässt ihn jemand unbeschadet.“
Katharina Ohana, Schriftstellerin


Synopsis:

Nichts bewegt sich. Stillstand. Totschweigen. Das Innerste scheint nach Außen dringen zu wollen. Die Zeit bleibt stehen und das Verdrängte sucht sich immer seinen Weg...


Der Kurzfilm „Alles bleibt in der Familie“ wirft einen trostlosen, überspitzten und zum Teil grotesken Blick auf die Situation „Familie“ im gehobenen Mittelstand.
Die von der Mutter ersehnte, aber nur mühselig zusammengehaltene heile Welt, zerbricht in ihre Einzelteile, als ihr fünfzehnjähriger Sohn eine Todesanzeige in der lokalen Zeitung schaltet.
Seine subtilen Hilferufe werden von den Eltern weder registriert noch verstanden und so gipfelt das Drama in einem Konflikt zwischen Vater und Sohn, während die Mutter einsam ihren eigenen Kampf gegen sich selbst bestreitet.


Ein kleiner, leiser Film über den Verlust von Vertrauen, über Ehrlichkeit und das tiefe Brodeln hinter dem äußeren Schein. Ein Film über unterdrückte Gefühle, die jedoch jeden Augenblick des Lebens beherrschen und das Hier und Jetzt unwichtig machen, weil man nicht mehr lebt, so nicht weiterleben kann.




Cast:

Mutter:
Miriam Fiordeponti
Vater: Axel Siefer
Junge: Aljosha Horvat
Hund: Sophie



Crew:


„Alles bleibt in der Familie“

gefördert von der Filmstiftung Nrw, FH-Dortmund



Format: 35mm 1:1,85
Länge: 15 Minuten


Regieassistenz:
Mark Caliman

Produktionsleitung: Marco Alber
Aufnahmeleitung: Jan Recht

Kamera-Assistenz: Oliver Freuwörth
Material-Assistent: Kim Künster
Oberbeleuchter: Andrew Olyslager
Beleuter: Andreas Krol

Ton: Christian Wiegand
Sounddesign: Chris Caliman
Soundmischung: Marius Braun
Musik: Flo Peil
Endmischung: Soundvision

Szenenbild: Samuel Jaeger , Jan Steden
Bühnenbild: Jörn Quel, Andreas Blömen, Tassilo Dicke
Requisite: Judith Jaeger

Maske: Sylvie Weinrowsky
Kostüm: Aline Schmidt

Auto Grip: Stefan Hase
Grip: Daniel Che

Setrunner: Rene Homberg

Tiertrainer: Dirk Lenzen

Catering: Ochse Catering

Schnittbetreuung: Margit Bauer

Drehbuchbetreuung: Usch Luhn, Astrid Busch, Hille Sagel

Filmmaterial: Kodak

Filmentwicklung: Geyer Köln

Location Haus:
Familie Kurz

Wirtschafts- und Beschäftigungsförderungsgesellschaft Wuppertal MBH: Lutz Ahr



Buch, Kamera, Regie und Schnitt: Chris Caliman




Expose


1. Gedanken zur Entstehung der Idee

Ich will, durch meinen Kurzfilm „Alles bleibt in der Familie“, den Einbruch des Verdrängten, Unheimlichen und des Nicht-Erklärbaren in eine vermeintlich heile, geborgene Welt zeigen.

Inspiriert hat mich ein Zeitungsartikel, der in dem Buch „Menschen töten“ von Dorothee Frank zitiert wurde:

„Ein fünfzehnjähriges Mädchen erbringt schlechte schulische Leistungen, und einmal nächtigt sie bei ihrem Freund. Als sie am nächsten Tag nach Hause kommt, sagt der Vater: „So, wir nehmen jetzt deinen Hund und fahren hinaus aus der Stadt.“ Er nimmt seinen Revolver mit, lädt ihn durch und gibt ihm dem Mädchen, damit sie zur Strafe das Tier erschießt. Und das Mädchen richtet die Waffe kurz gegen ihren Hund, dann gegen den Vater und letztendlich gegen sich selber, und drückt ab.“

Wie kann so ein Familiendrama passieren? Was steckt hinter diesem Zeitungsartikel, hinter den sachlichen Wörtern, die meiner Meinung nach zwar die Tat kurz und knapp beschreibt, aber den wahren Grund für diese schreckliche Tat im Unklaren lässt.
Was hat die Mutter gesagt, gedacht, als ihr Mann und ihre Tochter ins Auto gestiegen sind. Was hat sie wohl gefühlt? Und warum schießt sich das Mädchen in den Kopf?
War dieses eine Kurzschlussreaktion auf die schreckliche Forderung des Vaters, oder hat diese Tat einen viel weiter zurückliegenden, psychologischen Grund?
Wie war wohl das Familienleben dieser Personen. Wie die Beziehung der Eltern zueinander? Wie die Beziehung zu der Tochter?
Und solche Taten, zwar in anderen, nicht so extremen Formen, passieren täglich in unserer Welt.
Wir müssen nur die Zeitung aufschlagen und schon findet man Artikel über Familientragödien, die so nicht vorherzusagen waren. Meistens sind die Verwandten, die Nachbarn und Freunde völlig fassungslos. Sie haben von all dem nichts gewusst, konnten oder wollten nicht hinter die Fassade schauen. Hat die Familie öffentlich nur Theater gespielt, die glückliche und normale Familie dargestellt? All diese Fragen stellen sich mir. Nur wie kann ich dieses auch nachvollziehbar, in einem Kurzfilm realisieren? Wie kann ich Gedanken, Ängste und die dunkele Seite einer Familie zeigen, ohne zu sehr in Klischees zu fallen, wie kann ich Metaphern finden, die dieses symbolisieren, sie aber nicht zu direkt zeigen, damit diese nicht zu pathetisch und kitschig wirkt?




Charaktere

a. Die Mutter

Die Mutter in dem Film spielt eine sehr wichtige Rolle. Sie stellt stellvertretend für die Familie das öffentliche Bild dar. Ihr Charakter ist gespalten. Einerseits versucht sie die liebende Mutter und Ehefrau zu sein, doch Innerlich ist sie eine gebrochene Frau.
Sie weiß, dass ihre Familie kaputt ist, dass ihr Mann ein Tyrann ist, dass er gewalttätig und sich selten beherrschen kann. Sie weiß, dass ihr fünfzehnjähriger Sohn dieses nicht ertragen, nicht gut mit dieser aggressiven Autorität zurechtkommt. Doch sie ist im Laufe der Zeit zu schwach geworden, sich gegen ihren Mann zu stellen. Sie ist zu schwach geworden ihrem Sohn die Liebe, Aufmerksamkeit und den Rückhalt zu geben, die er als Ausgleich braucht. Für sie ist es einfacher geworden, den Äußeren Schein einer glücklichen Familie aufrecht zuhalten. Sie spielt Theater. Ihr schönes, kleines Haus, ihr Garten den sie so sehr pflegt, fast schon zu sehr, symbolisiert dieses sehr gut.
Als ob sie in eine zweite Haut schlüpfen würde, lebt sie diesen irrealen Schein. Doch dieses macht sich krank. Immer öfters kriegt sie keine Luft mehr, fühlt sich in ihrem Leben wie eine Gefangene, schmutzig, schuldig.
Doch sie weiß, dass sie auch eine sehr große Last zu tragen hat. Ihre Schuld im Bezug auf ihren Sohn, die Ignoranz seiner offensichtlichen Probleme, die Ignoranz ihrer eigenen Probleme, den Egoismus den sie lebt, zerstört sie Innerlich.


b. Der Vater

Der etwa fünfzigjährige Mann lebt nach seinen eigenen Regeln. Er ist es gewohnt, dass er das Sagen hat, auch wenn er laut werden muss. Er ist das Oberhaupt seiner Familie. Der Leitwolf. Er akzeptiert keine Widerworte. Ein neurotischer Mensch, voller Wut und Aggressionen in sich. Die Wut kommt aus seinem Inneren, doch das versteht er nicht. Er sieht die Anzeichen nicht, die ihm seine Familie unbewusst zeigen. Seine Gedanken sind simpel und direkt. Seine Worte unüberlegt und voller Egoismus. Sein Handeln, voller Grausamkeit und verachtend, doch er merkt es nicht.
Sein Sohn ist das genaue Gegenteil vom ihm, und dieses macht ihm Angst:
Das Nichtverstehen seines Sohnes, seine Andersartigkeit.


c. Der Junge

Der fünfzehnjährige Junge bekommt die volle Wucht seiner kaputten Familie zu spüren. Seine Mutter lebt in einer Scheinwelt, ihr ganzes Familienleben baut auf einer Lüge auf. Doch er weiß, hat gelernt das er von ihr keine Hilfe, keine wirkliche Zuneigung erwarten kann. Auch sein Vater lebt in seiner eigenen egoistischen Welt, die er mit seiner dominanten Art ausfüllt und nur seine eigenen strengen Regeln akzeptiert. Der Junge ist alleine auf sich gestellt. Nur sein Hund, der ihn schon seit klein an begleitet, ist sein „richtiger“ Freund. Er flüchtet sich in seine eigene bizarre Welt und sammelt tote Tiere, die er und sein Hund an den verlassenen Bahnschienen finden. Diese vergräbt er dann heimlich im Garten seiner Mutter. Das ist sein kleines Geheimnis, seine Flucht aus dem Alltag. Sein Geschenk an seine Mutter, an seine Eltern, an das Haus, an den Garten, an sein Leben.
Er verstellt sich nicht, er lebt seinen „seelischen“ Schmerz aus. Er hält seinen Eltern einen Spiegel vor, spricht das aus, was sie nicht sehen, nicht hören wollen. Ihre Beziehung untereinander ist kalt, die Familie ist tot. Er ist Fünfzehn. Er leidet stark an dieser Situation.



Visuelles Konzept

Der Kurzfilm soll auf Film, 35mm im Seitenverhältnis 1:1.85, gedreht werden.
Es gibt zwei unterschiedliche Ebenen.


a. Stillstand

Nichts bewegt sich. Stillstand. Totschweigen. Das Innerste scheint nach Außen dringen zu wollen. Die Zeit bleibt stehen und das Verdrängte sucht sich immer seinen Weg...

Die erste Ebene ist die Hilflosigkeit der Mutter, ihr Leben im Haus, das Familienleben.
Die Bildsprache ist bei ihr am stärksten. Jedes Bild, jede Handlung von ihr, ihre Körperhaltung, die Kleidung, sogar ihre Fingerspitzen haben eine Bedeutung.

Ich möchte ihre Auftritte so stilisiert wie nur möglich halten.
Fast wie Fotos, als ob die Zeit für sie nicht voranschreiten würde. Sie ist gefangen in ihren Gedanken, nicht mehr fähig sich zu bewegen, zu leben.

Die größte Inspiration sind hier die Bilder des amerikanischen Fotographen Gregory Crewdson.

Er versteht es perfekt, in nur einem Photo, ein ungemein bedrückendes Gefühl in dem Zuschauer zu pflanzen. Durch seine wundervolle Lichtstimmung, durch seine perfekt durchkomponierten Bilder, durch die Körperhaltung der Personen bekommen die Fotos eine Tiefe, die ich so selten gesehen habe und die mich sehr für meinen „Kurzfilm“ inspiriert haben. Ohne irgendeine visuelle Gewalt in den Bildern, bedrücken diese Photos unglaublich und plötzlich kann man den seelischen Schmerz der Figuren regelrecht spüren, ohne dass man weiß, was eigentlich passiert ist.
Diese Strenge im Bild, die Strenge auch von der Kamerakomposition, die Strenge in ihren Bewegungen. Das will ich verwirklichen, denn das passt perfekt zu ihr.


b. Der Ausbruch

Die zweite Ebene ist die realistische Ebene. In dieser Ebene, am Anfang des Filmes, verhält sich die Kamera noch ruhig aus der Hand geführt. Leicht atmend. Mitgehend. Beobachtend. Doch diese Ruhe in der Bildführung, steigert sich ins Gegenteil, umso weiter die Handlung voranschreitet, umso wütender der Vater wird.
Seine Gedanken sind simpel und direkt. Seine Worte unüberlegt und voller Egoismus. Dieses Verhalten zeigt sich am stärksten, als er mit seinem Sohn am Ende des Filmes an den Bahnschienen steht. Diese Szene möchte ich wiederum komplett aus der Hand drehen, doch jetzt ist die Kamera viel nervöser. Durch das Atmen der Kamera, mit Hilfe der nicht durchkomponierten Bilder, durch das dokumentarische, erhält die Szene eine direkte Rohheit. Eine Nervosität, die sie braucht. Diese Szene soll auch nicht durch viele Schnitte aufgelöst werden. Ich will versuchen so lang es geht die Situation mit der Kamera, nah dran, zu begleiten.
In langen Einstellungen. Dokumentarisch. Roh.





chriscaliman2007









 

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